In der Vorbesprechung zum Spiel, wurde eindringlich darauf hingewiesen das hier ein Sieg stattfinden musste, schon allein wegen des Vorster Schützenfestes am vergangenen Wochenende. Dohmen prognostizierte vor dem Spiel, dass ein Abfall der Leistungskurve nach dem Mega Event in Vorst, ein sich jährlich wiederholendes Phänomen sei. An diesem Tag sollten sich deshalb die vorgesehenen Spieler, mit Konzentration und starkem Willen, gegen jene physische Besonderheit wehren. Dohmen legte erneut die Taktik des 4-1-3-2 Systems vor und wiederholte seine eindringliche Bitte, mit Konzentration an das Spiel heranzugehen.
Leider musste der Coach einige Ausfälle kompensieren, im Interview antwortete er: „Durch Ausfälle von erfahrenen Spieler musste ich die Mannschaft umstellen, aber spielerisch dürfte sie nicht in der Lage sein das Spiel an sich zu reißen, allerdings sehe ich keinen Grund wieso es nicht doch zu einen Sieg reichen sollte“ Hier sollte Dohmen noch eine Überraschung erleben. Mit nur zwölf Spielern konnte der Coach nicht aus dem Vollen schöpfen. Erfahrene sowie Verletzte Spieler fehlten, was eine Aufstellung erschwerte.
Das Spiel fing wie unkonzentriert und schlecht für die Sportfreunde an. Von der ersten Minute an blieben alle wichtigen Elemente des Fußballspiels Außen vor.
Zweikampfverhalten – nicht vorhanden, Kopfballspiel – nicht vorhanden, Kurzpassspiel – nicht vorhanden, Torabschluss – nicht vorhanden, Siegeswille – nicht vorhanden.
Diese elementaren Punkte wurden gar nicht bzw. nur im Ansatz umgesetzt, was den Trainer und die Beteiligten Zuschauer immens verärgerte, denn das Spiel war keine Augenweide. Im Volksmund konnte man, zumindest von Vorster Seite, sagen: „ein absoluter Grottenkick“.
Der einzige der eine gute Leistung abgab, war Torwart Christoph Schütz, er ein ums andere Mal, die Vorster vor einer Blamage rettete. Leider muss man sagen, dass ausnahmslos alle Spieler, mit dem Kopf nicht auf dem Platz waren. Wie dem auch sei; der Sturmlauf der Gäste aus Neuss wurde in den 90. Minuten fast nie gebremst, allerdings war die Chancenauswertung der Vorster hervorragend. Vor das Tor der Gäste kam Vorst selten, denn der Ballverlust oder das zu offensive Spiel im Mittelfeld ergab oft ein Loch im Mittelfeld, in der die Gäste ohne Gegenwehr agieren konnten. So wurde die Viererkette oft geprüft und der Abschluss der Gäste war die logische Konsequenz. Eklatante, taktische Mängel der Vorster waren die Folge in diesem absolut schlechten Spiel. Mittelfeldspieler standen teilweise im Sturm, sodass ein Loch im Mittelfeld entstand, Verteidiger griffen zu früh die Gegenspieler an, sodass es ein leichtes war die Defensive auszuhebeln. Falsches Stellungsspiel, gerade in der Verteidigung war die Folge und so kamen die Novesianer immer wieder zu guten Chancen. Die Offensive, gerade im Sturm konnte sich selten durchsetzen, weil das Mittelfeld Bälle verlor und sie somit nicht bedienen konnte. War der Ball in Richtung Sturm unterwegs wurde der Angriff der Vorster meist unterbunden, da die Durchsetzungskraft zu wünschen übrig ließ. Körpereinsatz war hier gar nicht vorhanden. Dieses schlechte Spiel hatte wenige Höhepunkte der Vorster. In der Mitte der ersten Halbzeit erzielte Novesia den verdienten Führungstreffer. Wild gestikulierend versuchte Dohmen die taktische Aufstellung beizubehalten und Fehlpässe verbal zu minimieren, was aber überhaupt nicht bei den Spielern ankam.
In der Halbzeit wurde der Ton, in den Katakomben des Waldstadions, sehr rau und Dohmen schrie sein Unverständnis brachial heraus. Vielleicht war das der Weckruf den die Reserve der Vorster brauchte, denn nach der Halbzeit veränderte sich, zumindest in der Torausbeute, etwas. Allerdings war das taktische Verständnis immer noch nicht zu sehen, was die Gäste erneut dazu veranlasste auf das Tor der Vorster zu spielen. Zur Überraschung aller, erzielte Vorst, durch Rico Seifert (der kurz vorher eingewechselt wurde) in der zweiten Halbzeit den „nicht verdienten“ Ausgleich, was nun zu einem Weckruf führen sollte. Dieser Weckruf blieb aus, denn Vorst spielte erneut so weiter, wie in der vergangenen Spielminuten. Dieser minimale Aufwand wurde erstaunlicherweise belohnt, indem erneut Rico Seifert das Tor zum 2:1 erzielte. Man glaubt es kaum, aber Vorst spielte sein schlechtestes Saisonspiel und gewann dennoch die Partie.
Fazit:
Dieses Spiel war definitiv das schlechteste Spiel der laufenden Saison und erinnerte sehr an die vergangene Spielzeit. Diese Partie beinhaltete alles das, was in einem Fussballspiel nicht vorkommen sollte. Es herrschte von Vorster Seite, ein absolut desolates, taktisches Verständnis. Der Torabschluss, bis auf die zwei Tore, war miserable, ebenso das Zweikampfverhalten und das Passspiel über wenige Meter. Das Verhalten einiger Spieler und die geringe Trainingsbeteiligung in der letzten Woche trugen zu diesem Unmut und der Spielweise bei. Erschreckenderweise wurden die Vorster noch für ihr schlechtes Spiel mit einem Sieg belohnt, was eigentlich eine verkehrte Welt ist.
Aber die Logik beantwortet die Frage: „Egal wie man spielt; wer ein Tor mehr schießt gewinnt !“