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Elfmeter entscheiden das Derby
Der große Wurf sollte es heute für die Elf vom Vorster Wald werden, denn bei einem Sieg wäre das inoffizielle Turnier der Kaarster Vereine zu 2/3 an die Vorster gegangen. Im letzten Spiel gegen unsere Nachbarn aus Holzbüttgen wurde ein „last minute“ Sieg eingefahren, der auch an diesem tollen Herbsttag gegen den Lokalrivalen VfR Büttgen abgehakt werden sollte.
Das Trainergespann Dohmen/Leitzke konnte heute nicht an der Aussenlinie stehen, so wurde kurzer Hand Rolf „Opi“ Gedack zu einem Interimstrainer befördert. An seiner Seite standen die nostalgisch, anmutenden Spieler Ahlert und Jerzy die heute ihre Fußballschuhe verletzungsbedingt nicht schnüren konnten.
In der Vorbesprechung wurde vom Coach eine eindeutige Marschrichtung vorgegeben. Kampfbetont und mit Elan sollte das Spiel vollendet werden, um die Motivation sollte sich keiner Gedanken machen denn: „Wer nicht motiviert ist, ist selber schuld“, so Gedack vor der Partie. Vorst, in den üblichen roten Trikots, lief siegessicher aber mit besonderer Vorsicht auf, denn auch Mannschaften die unten in der Tabelle stehen, können Probleme bereiten. Aber wie schon einmal erwähnt ein „DERBY“ hat seine eigenen Gesetze, hier muss keiner sonderlich motiviert werden. Das Spiel fing pünktlich um 15 Uhr an. Die Vorster spielten den Ball von Beginn an, ruhig und sortiert aus der Abwehr heraus. Eigentlich sehr sehenwert, kurze Pässe wurden gespielt und die Einstellung schien auch positiv zu sein. Die Uhr des Schiedsrichters zeigt schon die 3 Minute an, als Torhüter Milan Carl den Ball, nach einer ungefährlichen Aktion der Büttger, nicht richtig fangen konnte und ihn nach vorne abprallen ließ. Der Büttger Stürmer wollte hinter dem Ball herlaufen und dann geschah das, was Fußballspieler gerne vermeiden wollen - Ein Foul vom Torhüter im eigenen Strafraum. Der Unparteiische pfiff sofort und ohne zu zögern und zeigte Carl, der für diese Aktion schon genug gestraft war, die rote Karte. Selbstverständlich zeigte er auch unmittelbar danach auf den Elfmeterpunkt. Die Hände der Zuschauer verschwanden in den Gesichtern, was niemand glauben wollte, war nun bittere Realität. Vor allem Carl war sichtlich sauer auf seine dumme Aktion und verließ wutentbrannt das Spielfeld. Carl nach dem Spiel: “so eine Scheißaktion von mir, die total unnötig war“. Das hat jeder Zuschauer und auch die Gästespieler so gesehen, aber bekanntlich nimmt ein Schiedsrichter seine Entscheidung nicht zurück, was in diesem Fall auch ein gerechter Strafstoß für die Gäste aus Büttgen war.
Nun war das Problem da, Vorst hatte zwar fünf Ersatzspieler auf der Bank, aber keinen Torhüter. Erster Gedanke des Trainers war, Michael Ahlert, der jahrelang als Torhüter in der Jugend und in den Senioren spielte, einzusetzen. Allerdings wegen fehlendem Equipment und der daraus resultierenden Einwechslung, wurde entschieden den Gedanken fallen zu lassen. Auf Grund der neuen Wechselregel innerhalb der Kreisliga C, würden nur noch zwei Auswechslungen stattfinden können. Gedack wollte so vermeiden das die Spieler 90 Minuten durchspielen mussten. Er nahm Stürmer Daniel Küsters vom Platz und stellte Außenverteidiger Markus Wischnitzki ins Gehäuse. Der neue Torhüter stellte sich auf die Linie und jeder erwartete das Wunder, des verschossenen Elfmeters, aber leider war dem nicht so. 0:1 für Büttgen nach 3 Minuten.
Obwohl die Anfangsphase bis zur 3. Minute gut verlief, schwanden nun die Motivation und das Selbstbewusstsein. Die Vorster waren sichtlich nervös und irritiert über den frühen Treffer, vielleicht lag es auch daran weil der Gedanke da war, dass nun die Torhüterposition mit einem „Laien“ besetzt war. Aber diese Position war im Laufe des Spiels eine der besten, wenn man alle anderen vergleicht. Das kann man von der Schiedsrichterleistung allerdings nicht sagen, souverän pfeifen ist eine andere Sache. Aber an diesem „Pfeifdebakel“ lag es sicher nicht, das Vorst nun das spielen einstellte.
Was Fussballsachverständige verunsicherte war die Tatsache, dass Büttgen noch schlechter war als die Vorster, die wegen der Aktion total verunsichert waren. Man muss sich vorstellen das die Gäste nun mit elf Mann auf dem Platz standen und Vorst, durch die rote Karte, nur noch mit zehn Mann auf dem Geläuf standen. Nun schaut man sich die Defensive der Büttger an und erkennt, dass diese mit 6 Verteidigern in ihrer Hälfte stehen. In dieser Spielsituation, versucht man eigentlich schnell den zweiten Treffer zu erzielen, um sich soabzusetzen, aber die Büttger taten …… nichts! Völlig unverständlich und eine völlig schlechte Taktikleistung der Gäste. Vorst allerdings spielte auch nicht eines seiner stärksten Spiele, eher das schlechteste, aber Büttgen war „noch“ schlechter. Was für ein Wahnsinn, tat sich hier im Vorster Waldstadion auf. Weifels, der im Sturm und mit seiner „zierlichen“ Figur ein gutes Bild abgab, nutzte leider eine perfekte reingabe nicht und köpfte am schon geschlagenen Torhüter vorbei. Schade, wir hätten es ihm mal gegönnt. Denn in den letzten Spielen, zeigte er eine super Leistung.
Die Vorster Defensive stand im Grunde sehr gut und ließ wenig Chancen zu, allerdings bei dem Versuch des Aufbauspiels aus der Abwehr hinaus, haperte es. Das fiel vor allem bei Sebastian Güsken auf, hatte er sich den Ball erobert verlor er ihn auch schon wieder. Hier muss man allerdings sagen, das er auch wenig Anspielstationen hatte, denn das Mittelfeld war um Diego einfach zu verspielt. Das umschalten von Defensive auf Offensive klappte einfach nicht wie gewohnt, sodass Büttgen zu Chancen kam. Was ihnen aber (was für ein Wunder) nicht gelang. Es wäre jetzt müßig über alle Chancen zu schreiben, denn 100 prozentige waren auf beiden Seiten, erst einmal nicht vorhanden. So schleppte sich das Spiel in die Halbzeit, wo in der Kabine noch einmal auf die schlechte Büttger Mannschaft hingewiesen wurde. Obwohl Gedack, auf Grund der hohen Anzahl der Auswechselspieler, die Spieler darauf aufmerksam machte, das bei fehlender Fitness eines Spielers, bitte vorher Bescheid gesagt werden sollte, war ein Spieler nun Mittelpunkt von Ärgernis und Unverständnis. Der Trainer sprach den Spieler an wieso er denn heute so unverhältnismäßig oft Fehler begehen würde, worauf er als Entschuldigung antwortet: „He, ich war erst um 7 Uhr zu Hause und ich wollte einfach spielen“. Dieses Kopfschütteln und die Unverständnis zeigten sich auch weiterhin auf dem Spielfeld. Das hat nichts mit dem Spieler zu tun, denn für beide Mannschaften verlief das Spiel absolut desolat. Die zweite Hälfte begann kampfbetont und in dieser Phase, 20 Minuten nach Anpfiff, hatten die Gäste ihre 100 prozentigen Chancen, die sie aber zwei Mal durch Thomas Bössow nicht nutzen konnten. Wenig später zeigte Wischnitzki eine Weltklasseleistung in dem er einen Ball genial parierte. Ein Beispiel für die Schiedrichterleistung war eine Situation in der 70 Minute, als Rico Seifert den Ball, mit dem Arm mitnahm und zur Ecke klärte. Zitat Schiedsrichter: „Lassen sie das mal mit der Hand sein“! Ja,ne ist klar. Aber Glück für Vorst, Pech für Büttgen.
Leider bekam Vorst erneute einen Platzverweis zugesprochen, laut Aussage des Schiedsrichters hatte Güsken seinen Gegenspieler geschlagen, was eine rote Karte für ihn und eine gelb-rote Karte für den Büttger Kapitän zur Folge hatte. Irgendwie bezeichnend für dieses Spiel. Der Sturm um Küsters und Weifels war wenig gefordert, aber manchmal blitze die Schnellig- und Kaltschnäutzigkeit vor dem Tor der Büttger auf. Nach einer Hereingabe eines Vorster Spielers auf Küsters, konnte der Torwart diesen entschärfen, wieder eine Chance die nicht verwertet wurde. Büttgen ließ immer mehr nach und Vorst stürmte weiter, blieb aber meist im Mittelfeld, auf Grund eigener Fehler, hängen. Weifels war wieder im Mittelpunkt einer Aktion, die schließlich zu einem Tor führen sollte. Nach einer Standartsituation die lang in den Strafraum hineingebracht wurde, „stolperte“ Weifels, über seine „stadtbekannten X-Beine“ die nun den Vorstern ein Elfmeter einbrachte. Danke Gott für diese Fehlstellung der Beine ! Nun ging es schnell, Diego legte den Ball zurecht und ballerte ihn ins Tor. 1:1 in der 80 Minute.
Vorst hatte nun Standardsituation um Standardsituation. Mal eine Ecke da, mal ein Freistoß hier. Aber es war bei allen Situationen (gefühlte 10 Stück in der Endphase des Spiels) nichts zu holen. Das ist eine Ausbeute von 0 Prozent, in Zahlen N U L L Prozent. Hier sollte einmal angesetzt werden, da auch wieder einzelne Spieler nicht wussten wo sie stehen sollte, oder sich im schlimmsten Falle über den Haufen rannten. Gutes Beispiel sind auch die Hereingaben von Rene Friese (nur ein Beispiel), anstatt den Ball hart und straff in den Strafraum zu schießen, kamen diese „Windeier“ gerade mal zum Strafraumanfang. Wäre ein bisschen mehr Wind gewesen, wäre der Ball wieder zurückgekommen. Das ist bezeichnend für diese miese Ausbeute bei Standardsituationen.
FAZIT:
Alles in allem eine glückliches Unentschieden, allerdings kann man sich selber ärgern über dieses Ergebnis, denn diese Mannschaft war die bisher schlechteste Mannschaft die wir hatten. Hier hätte viel mehr drin sein können. Aber der Platzverweis von Carl und Güsken, war wohl der Auslöser dieses Spiels, was nicht heißen soll das sie Schuld an diesem Ergebnis hat, nein vielmehr wäre es auch so passiert, wir werden es nie erfahren. Aber auf Grund dieses Spiels konnte man einige Schwachstellen besonders herausfiltern. Bei manchen Spielern, ist die nötige Cleverness, Spielverständnis und Spielintelligenz absolut noch ausbaufähig, das fängt bei der schnellen Ausführung eines Freistoßes an und hört bei einer nicht nötigen roten Karte im Strafraum auf. Hier muss gerade bei Standardsituationen mehr getan werden, vor allem hätten diese das Spiel heute entscheiden können.
Good Luck und bis Dienstag.
» 3 Kommentare
3Kommentar am Dienstag, 18. Oktober 2011 09:53
Es war wohl doch eher Glück und Unvermögen des Gegners :D
2Kommentar am Montag, 17. Oktober 2011 11:56
Man kann ja nicht alles schreiben, dann wird´s noch länger ! Aber gut gehalten !
1Kommentar am Montag, 17. Oktober 2011 11:32
Zwar stand ich jahrelang nicht wirklich im Tor, aber aufgrund meiner langen Zeit als Torhüter in der Jugend bin auch nicht wirklich ein Laie ;) Du hast zudem meine erste Glanzparade in der 1. Halbzeit gegen Frieses "Klärungsversuch" vergessen ;)
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